Generell ist zu sagen, dass es leider zunimmt, dass Radwege mit Sperren versehen werden, um Motorradfahrer fernzuhalten, was aber vor allem auch radelnde Familien
aussperrt (Fahrräder mit Hänger oder Tandems müssen teilweise rübergehoben oder durchs Gebüsch/Straßengraben getragen werden).
Das gibt vor allem bei der Querung von Hauptstraßen gefährliche Momente, denn teilweise muss man eine Straße 5-7 Mal überqueren, um
alles rüberzubekommen (man muss ja die Räder komplett abpacken, rüberschieben, Kinder rüberbringen, Packtaschen rübertragen...), hier
geht der "Schutz der Radfahrer" voll nach hinten los. Land Brandenburg ist da extrem...
Von zu Hause ging es bis Wartha zum Spreeradweg, auf diesem bis kurz vor Cottbus. Hier sind mehrere Dinge zu beachten: Die Beschilderung ist teils
lückenhaft (hinter Uhyst), teils einfach ausgeblichen. Weiterhin gibt es vor Cottbus eine Straße zu queren, was mit Hänger schwierig ist.
Der normale Übergang ist nicht nutzbar, da mit einer Sperre versehen (mit normalem unbepackten Rad passierbar, Tandem und Räder mit Hänger
gehen nicht durch), so muß man durch den Straßengraben schieben und "hängt" dann mitten auf der Straße fest, weil auf der anderen Seiten
ebenfalls die Sperre umklettert werden muss. Ziemlich gefährlich...
In Cottbus haben wir in Gallinchen uns gleich vom Radweg entfernt, der geht in der Stadt eh Zick-zack und einige für uns unpassierbare Treppen hoch und
runter. Entlang der Hauptstraße in die Stadt gehts auch. Von Cottbus schnitten wir den großen Spreebogen ab (den waren wir letztes Mal gefahren..),
auf der Trasse einer ehemaligen Eisenbahn direkt nach Burg. Auch hier unmögliche Straßensperren, so dass wir teilweise unsere Gefährte
auseinanderbauen mußten, um weiterzukommen. Mit schlafendem Kind im Hänger kein Spaß. Und das alle paar Kilometer. Der Planer dieses
Schwachsinns war sicher kein Radfahrer...
Ab Burg gehts ganz schön bis Leipe und Lübbenau, der Ort Lübbenau selbst zum Kotzen wie jedes Mal (letztes Jahr die gleiche Erfahrung gemacht...).
Spießige Händler am Stadthafen, die ganze Stadt (oder Dorf?) eine Touristenabzocke. Am besten im Sattel bleiben und weiter. Bis Lübben eher
langweilig schnurgerade am Kanal entlang. Vor Lübben bochen wir bei der Jugendherberge links ab, um die Treppen in Lübben zu umgehen. Lübben
selbst ist sehr schön mit der Schlossinsel und dem großen Spielplatz. Hinter Lübben wird wilder und mit vielen Teichen sehr schön. An
Schlepzig gehts in Bergspreewald, ebenfalls schön und viel Wald. Wir bogen hier ab auf den Hofjagdweg bis Märkisch Buchholz (ein Reinfall dieser Ort!
Aber dafür kann dort niemand, es wohnt ja kaum noch jemand dort) und Halbe. Mit dem Zug fuhren wir von hier nach Berlin rein, um in Spandau auf dem Radfernweg
Berlin-Kopenhagen weiterzufahren. Der ist erstmal schwer zu finden, ab Grenze Berlin gehts dann. Hinter Hennigsdorf eine kreuzblöde Straßenquerung
(siehe Bilder), auch so eine minderbemittelte Planung... (Ich hoffe mal, es wird nicht erst nach den ersten Unfällen dort etwas geändert...). In
Birkenwerder besser auch mehr auf die Karte schauen als nach Zeichen suchen vom Radweg, die sind meist verblichen und man muss teils erstmal irgendwelche
Straßen queren um zu sehen, wo es nun weiter geht. In Oranienburg führen wir wegen falscher Info eines Fotografen vom lokalen Blättchen einen
sinnlosen Umweg durch dicken Sand... Aber wieder zurück auf dem Radweg ging s super schön durch den Wald bis Liebenwalde. Weiter bis Zehdenick um Kanal
entlang, der Ort Zehdenick ist ganz süß und der Zeltplatz zu empfehlen. Ab hier gehts mit schönen Strecken durch die Tonstichlandschaft, ab
Dannenwalde dann durch den Wald. Fürstenberg ist in vielem noch typisch DDR, die Hauptstraße mitten durch den Ort (man kommt kaum über die
Straße!), die Touri-Info ein wenig dörflich, die Hotelpreise aber großstädtisch. Die Straßen sind teilweise so schlecht, dass mein
vorderer Lowrider-Geoäckträger bricht. Ab hier müssen wir mit den Packtaschen vorne am oberen Gepäckträger fahren...
Mit Beginn von Mecklenburg werden die Radwege schlechter, teils unbefahrbar mit beladenen Rädern. Wir fahren daher ab Strasen via Wustrow nach Wesenberg,
lassen Neustrelitz aus und gleich via Blankenförde nach Babke. Ab hier (es gibt keine anständigen Karten vom Nationalpark) nach Boek an der Müritz,
von hier aus nördlich bis Federow, wo wir auf den offiziellen Radweg wieder treffen. Die Strecke ist auch viel schöner, die offizielle Route via
Ankershagen dient denke ich vor allem der Erschließung der Gegend und nicht dem schönen abwechlungsreichen Vorankommen...
Waren/Müritz ist wirklich nett und schön, wir biegen aber vor Jabel über die Schienen rechts ab und fahren auf Asphalt nach Loppin. Ab dort durch
wunderschönen Wald, leider ab und an mit Straßensperren oder Schranken versehen, die mit Hänger nur durchs Gebüsch umfahren werden
können. Gibt aber leider keine Ausweichroute. Hinter Drewitz wird die Straße so schlecht, dass man besser neben der Straße fährt
(machen auch einige Autos und vor allem Motorräder), ab Linstrow neben der Hauptstraße entlang. Wir fuhren dann geradeaus weiter nach Krakow rein,
was deutlich kürzer und vor allem Asphaltiert war.
Krakow ist auch ganz nett, wir sind dann vom Zeltplatz via Groß Tessindirekt nach Bellin gefahren (keine Schotterstrecke dabei), in Bellin ist die Kirche
voll sehenswert. Bis Güstrow gehts schön durch den Wald. Güstrow, naja, da war früher auch mehr los (vorsichtig ausgedrückt), sonst
aber schön. Ab hier gehts an einem Kanal entlang (vorsicht, Lenker gerade halten! Vor allem wo man hinter Güstrow an den Kanal rankommt rutscht man
schnell die Böschung runter :-)) Ab Schleuse Zepelin gehts dann am anderen Kanalufer entlang nach Bützow. Hinter dem Ort kürzten wir leicht ab
auf einem Schotterweg direkt nach Kambs und weiter nach Schwan, dann im Endspurt durch recht baumlose aber schöne Gegen bis Rostock rein.
In Dänemark muss man sich dran gewöhnen, dass, wenn überhaupt vorhanden, Radwege parallel zu schnurgeraden Straßen gehen. Das ist mitunter
langweilig, vor allem an Hauptstraßen. Wir haben immer auf den kostenlosen Radwanderer-Zeltplätzen übernachtet, welche immer sehr schön waren.
Die sind aber nie ausgeschildert oder erst wenige huntert Meter vorher. Selbst die Tourist-Inbfo kennt die nicht...
Ab Nyköbing fuhren wir gerade nordwärts, da die Fähre in Stubbeköbing eh noch nicht fuhr. Über die ewig lange und ziemlich baufällig
aussehende Brüke nach Vordingborg. Hinter Nyrad (geht auf ehemliger Eisenbahnstrecke entlang) fahren wir nach Stensved und dann nörlich via Mern und
Allerslev nach Prestö. Ab hier wieder auf dem offiziellen "Radweg", der kilometerlang auf einer Hauptstraße ohne seitlichen Radweg entlangführt.
Und die Dänen fahren schlimmer als die Deutschen!!!! Ab Rödvig ist der Weg dann sehr schön am Kliff entlang, in Boesdal, Höjerup und Mandehoved
kann man schön an die Steilküste ran, da kann man sich sicher Insel Mön sparen... Ab Köge fuhren wir dann mit der S-Bahn nach Kopenhagen
rein.
Bornholm:
Hier wird es bergig, der Radweg geht ausgewiesen über 22% Steigungen, Treppen und teilweise völlig sinnlose Routen (viel mehr Steigungen als die
Straßen daneben). Die Bornholmer fahren daher auch oft lieber auf der Straße als auf dem Radweg. Die Strecke von Rönne über Klemensker an
die Nordostküste ist eine ehemalige Eisenbahnstrecke, das fährt sich richtig gut und teils abseits der Straßen.