Wo beginnt man, wenn einem ein Tag soo lang erscheint, als wäre es eine ganze Woche? Dabei sind es nicht die großen Ereignisse, sondern die kleinen
Begegnungen und Begebenheiten, z.B. wenn Sören, der Große, seine kleine 1jährige Schwester an die Hand nimmt, um mit ihr die Wasserspiele im
Forster Rosengarten anzuschauen und ihr die große Fontäne zu zeigen. Und wenn wir schon mal im Rosengarten sind – fragt man nach dem
Schlüssel für die Toiletten im Cafe, dann wird man von begeisterten Kindern umringt sein, die dieses originell geschmacklose Plüschtier –
Gattung nicht bestimmbar – das da am Schlüssel hängt, sofort alle einmal in die Hand nehmen wollen. An den Wasserhähnen der
Sanitäreinrichtungen konnten wir uns endlich einmal wieder ausgiebig den Schweiß und Schmutz von den Händen spülen, das Gesicht mit viel
Wasser waschen und unsere Trinkflaschen mit Wasser auffüllen, bequem die großen Geschäfte erledigen…Im Cafe hatten sie sicher schon
Angst, wir wollten den Schlüssel des Plüschtieres wegen behalten, weil es mit der Rückgabe so lange gedauert hat.
Oder wenn Barend splitterfasernackt im aufgeheizten Zelt umherwuselt, am Po noch 2 Kerne von den Paprikaschoten des Abendbrotes und ein paar nicht näher
definierbare Schmutzpartikel (gleich der kritische Blick: sind es vielleicht Zecken?). – Vor ein paar Jahren hat mein Mann einmal gelesen, dass zum
Zelten immer Schaufel und Besen gehören – und hat darüber gelacht. Heute können wir diesem Ratschlag durchaus etwas abgewinnen, betrachtet
man den Hergang beim Abendbrot im Zelt (draußen wären wir beim Essen längst selbst von Mücken und Zecken aufgefressen worden).
Oder wenn am Abend die Anstrengung in jeder Faser des Körpers steckt und jeder nur noch ankommen will – die Freude über den Lagerplatz, das
aufgestellte Zelt, das erste Ausruhen (nur für Leute unter 18 Jahren, denn auf die über 30 warten noch 2 Stunden „Bettfertig-Marathon“:
ca. 12 Schnitten schmieren, jede Menge Wasser-Saft-Gemisch herstellen, Obst waschen/ schneiden, das Gerangel um die Nascherei im Anschluß sortieren oder
ertragen, schließlich alle pullern schicken, waschen, Zähne putzen, alle Mückenstiche und sonstigen Wunden verarzten, nach Zecken suchen,
Schlafsachen zusammensuchen, kleine Kinder wickeln, Schmutzwäsche einsammeln und vorher die Schmutzwäschetüte finden, Sachen für den
nächsten Morgen in diversen Packtaschen suchen…immer schön auf Knien oder gebeugt und im Vorzelt unter strenger Aufsicht von jeder Menge
Mücken…schließlich noch alles etwas sortieren und aufräumen – nicht , dass wir sonst nicht im sanften Chaos zurechtkämen,
aber auf einer Reise dieser Art straft einen jede Unsortiertheit garantiert immer dann, wenn man verzweifelt versucht die Regenjacke für den Großen
zu finden, während einen der Schauer schon mal einweicht oder das Klopapier sucht, während einen die Mücken an sonst recht gut bedeckten Stellen
empfindlich pisacken…).
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