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Mittwoch, 12.Mai

Die Wetterprognosen sind für die kommenden freien Tage alles andere als gut. Für den Mai viel zu kalt und regnerisch. Wohl nicht die richtige Vorhersage, um Vorfreude auf eine Radtour mit 4 Kindern und Zelt zu empfinden. Deshalb waren auch schon Ausweichoptionen geplant, z.B. eine Städtereise nach Bratislava, Wien und Györ… (ob das mit 4 Kindern so viel einfacher ist, wage ich zu bezweifeln). Als am Mittwochvormittag dann doch die Sonne scheint, holen wir kurz entschlossen die Packtaschen vom Boden und packen Kocher, Tütensuppen, Schlafsäcke und warme Sachen ein. Das erste Mal ohne Liste packen! Sören bekommt an sein Rad die in Frankreich gefundenen Packtaschen mit Regensachen und Gummistiefeln. Ich wage es, so optimistisch zu sein und die Sonnencreme trotzdem einzupacken. Gleich vorweg: wir haben sie nicht gebraucht – aber die Regensachen auch nicht wirklich!

Als die Kleinen vom Kindergarten geholt werden, gibt es erst einmal Tränen bei Wiebke. Nicht nur, weil Barend ihr seine Brottasche kurz unter das Auge geschleudert hatte als Revanche für eine Rempelei am Auto, sondern auch, weil die Musikfee krank ist. Die Musikfee, ursprünglich einmal von mir ersonnen, um die Kinder beim Instrumentenspiel zu motivieren, ist inzwischen zu einem festen Mitglied in unserer Familie und auch in denen einiger Kindergartenfreundinnen geworden. So eine Freundin würde nun in den kommenden Tagen auch verreisen und deshalb ihre erkrankte Musikfee bei Wiebke zur Pflege vorbeibringen. Erst als ich sagte, wir würden die Musikfee einfach mitnehmen, gleich sofort auf die Radtour, beruhigte sich Wiebke und begann die von der Freundin beschriebene Medizin in einer leeren Liebesperlenflasche zusammenzustellen: Löwenzahnblätter und Gänseblümchenblätter, Wasser, Feenstaub (dazu musste rosa Zuckerstreußel herhalten) und ein Ei. Auf das verzichtete sie aus ernährungsphysiologischen Gründen, denn bekanntlich sind Eier nicht ganz so einfach zu verdauen. Dafür wurde die Hängematte, die eigens über Wiebkes Bett aus dem Stoff des Stubenwagenhimmels meiner Babytage für die Musikfee angebracht ist, in den Hänger verfrachtet, um die kranke Fee auch bequem zu transportieren. Übrigens gibt es auch eine Theorie, wie die Musikfeen in die Welt gekommen sind: als Adam und Eva ihr erstes Kind bekommen hatten, wurden aus den Tönen, die dieses Kind äußerte und die zum Himmel aufstiegen lauter kleine Musikfeen….......

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