Das sind wir wieder – zum dritten Mal. Und wir haben Verstärkung. Wiebke ist mit, zum ersten mal ein Rennen für sie. Mit Genehmigung von
Jörg Weise, dem Renndirektor der Jedermannrennen, dürfen wir mit Tandem und Trailer starten. Bedingung: Weiter hinten im Startblock… Samstag
Abend ist Anreise, Lager in der Turnhalle neben unseren bayrischen Bekannten aus dem letzten Jahr. Dann ab zur Anmeldung und Pasta Party. Am Abend fahren wir
noch die Runde des Kinderrennens ab (3,1 km) mit ein paar Hinweisen für die optimale Fahrlinie in den Kurven. Dann wieder zur Stadthalle. Beide Kids sind
so aufgeregt, dass sie an die 20 Runden um die Halle rasen auf ihren Rädern. Dann geht’s in der Halle weiter, erst halb zehn habe ich sie im Schlafsack.
Früh geht’s vor 6 Uhr raus. Das leckerste Frühstück im Raum Mitteldeutschland erwartet uns, zubereitet vom hiesigen Sportverein. Um viertel
vor Sieben ab gen Start. Wir fahren und eine halbe Stunde warm und sind pünktlich zum Startschuss um 7.30 Uhr da. Los geht’s. Von hinten haben wir
durch die erste Doppelkurve natürlich die meisten Sprinter (und deren Windschatten) verloren, etwas einsam kämpfen wir uns mit Tempo 54 etwas nach
vorne. Doch die kleinsten Hügel und Brücken schlagen heftig zu, das Gewicht mit Tandem und Trailer ist recht hoch und wir werden schnell deutlich unter
30 km/h gedrückt. Wir werden zwar kaum überholt, aber schon nach 10 km sehen wir hinter uns wie der Besenwagen einsammelt. Also alles mobilisieren und
los. Die erste Runde ist geschafft, und ich auch. Aber die Kids ermuntern mich, nicht aufzugeben und weiterzutreten. Sie wollen auf alle Fälle eine Urkunde,
und wer aufgibt bekommt ja keine… Also auf zur zweiten Runde. Nun sind wir schon richtig weit hinten, nach uns hat der Besenwagen schon heftig viele
rausgesammelt. Wir versuchen uns an zwei versprengte Leidensgenossen zu hängen und kämpfen tapfer weiter. Einer der beiden gibt auf und lässt sich
einsammeln, an den anderen kämpfen wir uns Meter für Meter wieder ran und überholen ihn noch 1,5 km vor dem Ziel. Mit allerletzten Kräften
schaffen wir es noch innerhalb der Karenzzeit ins Ziel. Mit zitternden Knien hocke ich am Verpflegungsstand und halte mich an der Banane fest. Eine Stimme weckt
mich „Papa, los, bald ist das Kinderrennen“ :-?!?! – OK, also Transponder abgeben, und zurück zum Startbereich, wo wir ein paar anderen
Starts zusehen, dann geht’s schon für Wiebke und Sören an den Start für die 3,1 Kilometer. Eigentlich ab 7 Jahre, aber Wiebke will mit 6
schon mitfahren. Sie hat ihr nagelneues Kaniabike (am Freitag eingetroffen!) mit schmalen Reifen drauf, Sören sein Islabike (auch mit schmalen Reifen).
Wiebke ist sehr vorsichtig und hat etwas Angst, sie startet aus der hintersten Reihe, Sören aus der zweiten. Dann geht’s los. Ich versuche auf der
Strecke mit dem Tandem ein paar Bilder zu schießen, bei Wiebke klappt es auch, Sören ist schon über alle Berge und ich sehe ihn erst nach dem
Zieleinlauf wieder. Wiebke belegt Platz 36 mit einem Schnitt von 20,44 km/h, Sören setzt sich gegen viele ältere durch (Rennen war -11 Jahre
ausgeschrieben) und wird 12. in der Gesamtwertung mit 29,66 km/h Schnitt. Beide sind überglücklich und ich natürlich stolz ohne Ende. Wiebke
will dann noch das Bambinirennen (2-6 jahre, aber das ist ein Reinfall. Viel zu enge Gasse zum Fahren, die kleinsten starten vor den älteren und keiner
kommt vorbei. So muss sie öfters mal anhalten, weil vor ihr ein Laufrad umkippt oder jemand auch anhält…
Insgesamt bei schönstem Wetter eine tolle Veranstaltung, die den Kindern und auch mir viel Spaß bereitet hat.