Unsere Trailer
Die erste größere und wohl sinnvollste Anschaffung in Sachen Kindertransport für uns war ein Trailer, ein sogenanntes Anhängefahrrad. Nach langer Recherche entschieden wir uns für den nicht billigen (300 EUR) Funtrailer, damals noch in der Version ohne klappbaren Bügel, aber schon mit 6-Gang-Schaltung. Mit diesem Teil sind wir ganz zufrieden, unser ältester Sohn Sören fährt darauf, seit er etwa 3 Jahre ist, mit knapp 4 Jahren fuhren ich mit ihm damit den Oder-Neiße-Radweg bis zur Ostsee in 6 Tagen (bis zu 75 km am Tag) bis zur Ostsee. Vorteil dieses Trailers: Das Kind kann treten (und als Fahrer merkt man sehr wohl den Unterschied!!!), muß aber nicht. Für bergiges Land hat es eine Gangschaltung: Bei zügigem Fahren bis ca. 28 km/h kann das Kind noch mittreten in den schweren Gängen (nichts ist frustrierender für das Kind als als ins Leere zu treten) , bei Steigungen kann man leichte Gänge schalten und es ist nicht zu langsam zu treten fürs Kind. Anfangs konnte Sören nur die Kette auf die kleinen Ritzel runterschalten, mit 5 Jahren kann er den Drehschalter in beide Richtungen bedienen. Weiterhin hat der Trailer keine Bremse, ein gefährliches Ausbremsen ist somit nicht möglich (vor allem sogenannte Kangeroo-Stangen, mit denen ein normales Kinderrad hinterhergezogen wird, sind deshalb neben der eh schaukeligen Konstruktion äußerst gefährlich: man stelle sich vor das Kind tritt voll den Rücktritt, wenn man bergab oder in der Stadt schön in der Linkskurve liegt...). Etwas sicherer sind Anhängervorrichtungen, bei denen das Vorderrad des Kinderrades fest hinter dem Erwachsenenrad befestigt wird - Das ist aber auch nur sicher, solange das Kinderrad keinen Rücktritt hat und die hintere Felgenbremse ausgehängt werden kann. Der Schwer- und Drehpunkt liegt bei dieser Konstruktion weit hinter dem Hinterrad des Zugfahrrades, mit entsprechenden Einbußen an Fahrkomfort, Wendekreis etc. Gewichtsmäßig liegt es ebenfalls meist deutlich über einem guten Trailer.
Trailertuning
Ein echter Schrauber findet aber auch an guten Dingen noch was zu ändern. Wobei ich da kein Perfektionist bin, sondern auf Bequemlichkeit Wert lege... Folgende Sachen habe ich geändert: Der Sattel ist Standartware und auf langen Touren für Kinderhintern sicher unbequem, ein Damen-Rennsattel (schmal und recht komfortabel) ist deutlich besser. Ich habe bei Ebay ein günstiges gebrauchtes Modell für 7 EUR bekommen und angebaut. Wir haben ferner einen Gepäckträger montiert, um mit Gepäck fahren zu können (jetzt sind bei allen Modellen Gepäckträger dabei, außer beim Alu-Modell)... Die Schrauben/Muttern sind nicht gerade die besten, bei neueren Modellen aber nicht mehr so billig wie bei den alten. Wir haben einige austauschen müssen, allein schon wegen der Rost-Optik. Wir haben für den Anfang auch kürzere Tretkurbeln genommen, da unser Sohn recht kurze Beine hat. Weiterhin habe ich eine präzisere Schaltung ( Shimano 105) bei Ebay gebraucht gekauft und eingebaut. Jetzt sind auch alle Handschalter Shimano Revoshift, wir haben es damals noch nachgerüstet. Wer per Rennrad unterwegs ist und schon aus Prinzip aufs Gewicht schaut, holt sich am besten den Alu-Trailer und macht ihn sich Rennrad-schnittig: Shimano 105-er Schaltwerk, Schwalbe City-Marathon 32-406 drauf (schmale Liegeradreifen), leichten Sportsattel (aber bitte Gelsattel, es soll ja dem Kind Spaß machen), Schutzblech ab. So kommt man auf knapp über 7 Kilo Gewicht und hat ein schnittiges Teil...
Erfahrungen mit dem Trailer
Bei Fahrten mit Trailer ist es wichtig, das Kind ein wenig im Blick zu behalten und zu merken, ab wann es unkonzentriert wird. Dann sofort anhalten und Pause einlegen! Wir sind mit einem 3-jährigen Kind je nach Kondition maximal 1 h am Stück gefahren, dann wurde kurz pausiert. Auf unser ersten Mehrtagestour (Sören war 3,5 Jahre) haben wir stets mittags das Zelt aufgebaut und (ich auch!) 1-2 Stunden Mittagsschlaf gehalten. Als im Folgejahr im Kindersitz (wir hatten den zweiten Trailer gekauft als Gepäckträgermodell) auch Wiebke (2 Jahre) mitfuhr, fiel der Mittagsschlaf weg, weil beiden Racker genug zu toben hatten und nicht ans Schlafen dachten. Sören brauchte den Schlaf nicht mehr so dringend, Wiebke schlief unmittelbar nach der Mittagspause im Kindersitz ein... Selbst einige RTF (Radtourenfahrten) konnte ich mit Sören schon unternehmen, so 2006 den Spreewaldmarathon (70 km), wofür ich den Trailer an mein Rennrad hing. Mit über 20 km/h Schnitt (aber einigen Pausen mehr als andere) waren wir auch ganz gut in der Zeit. Sören war stets der jüngste Teilnehmer und zog diverse Blicke auf sich.... Auch der Heidenauer Radmarathon (80 km, 1200 Höhenmeter, knapp 20 km/h Schnitt) war 2006 dran mit Sören (wobei wir die 60 km-Tour angemeldet hatten, Sören sich aber weigerte schon nach 40 km am zweiten Verpflegungspunkt den Rückweg anzutreten...). Auch hier: Jüngster Fahrer, Fotomotiv ohne Ende und viel Schulterklopfen... 2007 stieg Sören aufs Tandem um (Einzelzeitfahren Kategorie Tandem, erster Platz bei Durchschnitt 29.74 km/h über 22 km), im Herbst dann die Heidenauer RTF mit Tandem (Sören) und Trailer (Wiebke), diesmal aber wirklich die 60 km-Tour.
Mit Trekkingbike und Trailer ging es fast täglich zum Kindergarten (2-5 km über Land und durch Wald, je nach Fahrtroute), Sören wollte immer weitere Strecken zum Kindergarten früh, weil das Trailerfahren so viel Spaß machte. Teilweise fuhren wir 1 h eher los und drehten eine 15-km-Runde bis zum Kindergarten... Seit auch Wiebke in den Kindergarten geht, kauften wir einen zweiten Trailer (ebenfalls FunTrailer FT6), der am Gepäckträger befestigt wird, so dass Trailer + Kindersitz möglich sind. Diese Kombination ist etwas schaukelig für den Fahrer, bei voller Gepäckbeladung (so fuhren wir eine 5-Tages-Tour auf dem Spreeradweg nach Berlin) braucht man viel Kraft um das Gefährt zu halten. Auf sandigen Wegen legten wir uns zweimal sanft hin... (Zitat beider Kinder: "Cool, noch Mal, Papa!"). Bei Fahrten ohne Gepäck ist es schon auch schaukelig, 2 Kinder auf Kindersitz + Trailer zu haben, ist aber beim normalen fahren gut handhabbar. Nachteil des Spezial-Gepäckträgers ist, dass die Holme so dick sind, dass man keine normalen Ortlieb (o.ä.)-Taschen dran aufhängen kann. Ich fahre daher lieber mit dem Sattelstützenmodell, was auch bessere Fahreigenschaften hat. Bei zwei Kindern nahem ich dann Tandem + Sattelstützentrailer, was ein super Fahrgefühl für alle ist. Mit zwei kleinen Kindern Rad zu fahren ist immer schwieriger als mit einem, für unsere Kombination (Kinder waren dann 5 und 3 Jahre) war dann das Tandem mit Kinderkurbel + Trailer am besten.
WICHTIG: Im Kindersitz, auf dem Trailer und selbst im Hänger ist bei uns Helmpflicht! Auch wir Erwachsene fahren NUR mit Helm.
Bei unserer Tour nach Kopenhagen saß unser Energiebündel Wiebke (3,5 Jahre) auf dem Trailer, den Marie am Damenfahrrad angekoppelt hatte. Auch das bewährte sich sehr gut auf den 900 Kilometern. Allerdings ist Wiebke keine 5 min ruhig und nutzt den Trailer als Akrobatikgerät. Außer Handstand hat sie schon fast jede Übung am Rad geturnt :-) Gut, dass man nicht alles sieht.... Passiert ist aber noch nichts, Gott sei Dank.
Worauf ist beim Kauf eines Trailers zu achten? Das wichtigste ist die Ankopplung am Frontrad, dies wird meines Wissens nur vom Funtrailer (und höherwertigeren Trailern aus der Schweiz) anständig und vor allem sicher gelöst (man denke an die Rückrufe von Adams sowie diversen Nachläufern á la Tchibo und ZEG wegen lebensgefährlichen Fehlkonstruktionen). Wichtig ist, dass das Rad mitwachsen kann, also der Lenker an der Zugstange nicht verschweißt ist, sondern höhenverstellbar. Gangschaltung ist was feines, wenn man ins bergige Land fährt oder mal schneller unterwegs sein will (Rennrad) - so kann das Kind sowohl bergauf als auch bei höherem Tempo noch treten. Wichtig ist, dass das Kind gern mitfährt - und das geht nur bei gutem Material - sonst verliert es schnell die Lust am Fahrrad.
Folgende Fragen sollte man sich stellen:
1. Wie will ich den Trailer nutzen? Suche ich etwas gutes, sicheres und hochwertiges mit gutem Wiederverkaufswert?
2. Wächst der Trailer mit? Sattel + Lenker höhenverstellbar? Funtrailer sind bis ca. 140 cm Körpergröße geeignet.
3. Soll es dem Kind auch Spaß machen oder reine Transportmöglichkeit sein? (Anhängefahrrad 12 Zoll: Kind kann bis knapp 8 km/h mittreten, beim Funtrailer mit 6-Gang-Schaltung: bis 28 km/h)
Bitte informieren Sie sich unter folgenden Links über die Ergebnisse der Stiftung
Warentest (getestet: günstige Nachbauten und "Kängeru-Stangen")
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Fahrradtrailer
- Lebensgefahr für Kinder (03.02.2005)
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Fahrradtrailer
von Tchibo - Kinder in Lebensgefahr (03.03.2005)
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Anhängestange
für Kinderräder im Schnelltest - Wackelkontakt (01.04.2005)
• Neuer Fahrradtrailer von Tchibo - Dreimal Rahmenbruch! (24.04.2007)
Kaufempfehlung: Neutrailer (auch Vorführtrailer) kann man hier günstig kaufen: http://www.funtrailershop.de/shop
Vergleichen Sie: http://www.funtrailershop.de/was-ist-ein-funtrailer/ (Vorteile des Trailers und 2 Videosequenzen zum Unterschied "Abschleppstange" und Funtrailer. Sie werden staunen!)
Linkempfehlung: www.wakiya-tours.de (Aktivreisen, Familienreisen)